„Ich spare 1.000 Euro Kraftfutter pro Woche“
So viel Protein wie möglich aus eigener Produktion. Das möchte doch jeder, oder? Milchviehhalter Marcel Grondman aus Witharen (Overijssel) schafft es, 1.000 Euro Kraftfutter pro Woche einzusparen! Er füttert seine 220 Kühe mit Stallfutter, das sie viel lieber als Silagefutter fressen. Außerdem liefert es mehr Trockenmasse. Das spart Kraftfutter.
Effiziente Umwandlung von Eiweiß in Milch
Laut Marcel ist die Stallfütterung eine effiziente Methode zur Umwandlung von Eiweiß in Milch, da die Silage seiner Meinung nach Verluste mit sich bringt. „Bei der Silage hat man mit Feld- und Silageverlusten zu kämpfen. Auch bei der Konservierung der Silage gehen Nährstoffe verloren. Deshalb füttere ich möglichst viel frisches Gras. Mit Stallfütterung behalte ich 30 Gramm Protein pro kg Trockenmasse mehr in der Ration.“
Grünlandplanung
Für eine optimale Grünlandplanung hat Marcel seine Parzellen in drei Plattformen unterteilt: 16 Hektar sind für die Beweidung vorgesehen, 20 Hektar für die Stallfütterung und 44 Hektar für die Silierung der Wintervorräte. Je nach Wetter und Vegetationsperiode verschiebt er die Hektarflächen zwischen den Plattformen: Bei starkem Graswachstum werden Parzellen von der Stallfütterung zum Mähen umgestellt. Bei geringem Graswachstum verschiebt sich das Verhältnis wieder in die andere Richtung oder die Ration wird angepasst, beispielsweise durch Erhöhung des Maisanteils, damit das Gras länger wachsen kann.
Grashöhenmesser
Alle zehn Tage macht der Milchviehhalter mit einem automatischen Grashöhenmesser eine Runde über die Parzellen. Dabei führt er jeweils dreißig bis vierzig Messungen durch. „Das funktioniert prima und ist viel genauer als eigene Schätzungen.“ Die Kilogramm Trockenmasse pro Parzelle gibt er in das Programm Feedwedge ein, das den erwarteten Ertrag berechnet. Für die Stallfütterung hält der Landwirt aus Overijssel 2.500 bis 3.000 kg ein. „Die Kunst besteht darin, immer Gras von guter Qualität und Länge zu füttern. Wenn es zu lang ist, fressen die Kühe schlechter. Das sieht man sofort an den Litern.“
1 bis 2 kg Trockenmasse höhere Aufnahme
Marcel beginnt Ende März/Anfang April mit der Stallfütterung mit einem halben Wagen Gras. Im Sommer steigt diese Menge auf drei Wagen an. Danach nimmt die Menge langsam wieder ab, bis sie Mitte November wieder bei einem halben Wagen liegt. „Es ist ein wunderbares System, um den Kühen viel Trockenmasse zuzuführen.“ Seine Erfahrung ist, dass Kühe mit gutem Gras 1 bis 2 kg Trockenmasse pro Tag mehr fressen als mit siliertem Raufutter. „Das liefert also auch mehr Milch, ohne dass zusätzliche Kraftfutterkosten anfallen.“ Marcel hat berechnet, dass er im Frühjahr und Sommer 1.000 Euro pro Woche an Kraftfutterkosten einspart.
Auf Buienradar schauen
Diesen Vorteilen steht jedoch die zusätzliche Arbeit gegenüber, die täglich anfällt. Marcel hat einen Sohn, der gerne auf dem Traktor sitzt, sodass die zusätzliche Arbeit für ihn nicht so schwer fällt. „Wir behalten den Wetterradar genau im Auge, damit wir mähen können, wenn es trocken ist. Dass das Gras nass wird, ist nicht so schlimm. Allerdings fährt man bei nassem Wetter mehr Spuren in die Wiese.“ Die Kosten für die Maschinen rechnet der Milchviehhalter gegen die Kosten ab, die ihm sonst für das Heuen, Rechen und die Lohnarbeit entstehen würden. „Der große Vorteil bleibt doch die Einsparung an Kraftfutter.“
Marcels Tipps für die Stallfütterung
- Teilen Sie Ihre Grasflächen in drei Bereiche ein (Weiden, Stallfütterung, Mähen).
- Beginnen Sie rechtzeitig im Frühjahr mit dem Mähen, damit Sie Wachstumsstufen erhalten.
- Mähen Sie bei 2.500 bis 3.000 kg Trockenmasse.
- Mähen Sie rechtzeitig, wenn das Gras zu hoch wächst (Juni/Juli).
- Mähen Sie Gras für die Stallfütterung niemals, wenn es mehr als 3.500 kg Trockenmasse enthält.
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