Frage & Antwort – Gras silieren
Antworten auf Fragen zum Grassilieren
- Wie bestimmen Sie den idealen Schnittzeitpunkt des Grases?
Aus den Messungen, die im letzten Jahr von Eurofins für das Silierjournal durchgeführt wurden, haben wir gelernt, dass der Zellwandgehalt (NDF) der beste Indikator ist, um den idealen Schnittzeitpunkt zu bestimmen. Bei einem Zellwandgehalt von 47,5 % sind der Futterwert und die Struktur des Grases optimal. Dieser Zeitpunkt ist am unteren Stängel der Graspflanze zu erkennen. Sobald dieser nach oben wächst, ist der Zellwandgehalt optimal. Eurofins kann mit einer frischen Grasanalyse das Gras innerhalb von 4 Arbeitstagen bewerten.
- Was sind die Nachteile von zu frühem oder zu spätem Mähen?
Zu frühes Mähen führt zu geringem Ertrag und wenig Struktur im Gras. Gras mit geringer Struktur kann gesundheitliche Probleme wie Pansenübersäuerung, Mastitis und Klauenprobleme verursachen. Außerdem ist der Eiweißgehalt von zu früh gemähtem Gras instabil und zu schnell verdaulich. Ein Mähen nur einen Tag später bringt 100 bis 200 kg Trockenmasse pro Hektar mehr und erhöht auch den Strukturwert des Grases.
Zu spätes Mähen (viel Blüte) liefert zwar viel Masse, aber wenig Futtereinheiten (VEM) und einen niedrigen Eiweißgehalt. Eine Grassilage mit 50 VEM mehr liefert pro Kuh 3 Liter Milch mehr pro Tag. Außerdem kann zu spät gemähtes Gras unter der schweren Schnittlast ersticken, was das Nachwachsen verzögert und Unkraut bessere Chancen gibt.
- Was beeinflusst den Eiweißgehalt der Grassilage?
Zuallererst beeinflusst der Schnittzeitpunkt den Eiweißgehalt des Grases, da spätes Mähen den Eiweißgehalt senkt. Außerdem ist eine schnelle Konservierung der Grassilage und die Minimierung von Gärung und Schimmel in der Silage entscheidend, um den Eiweißgehalt zu erhalten.
- Was erhöht den Eiweißgehalt des Grases?
Der Einsatz von Klee auf einer Weide liefert mehr Eiweiß aus Raufutter. Klee ist eine Hülsenfrucht. Hülsenfrüchte binden in Zusammenarbeit mit Rhizobium-Bakterien Stickstoff aus der Luft. Weißklee bindet bis zu 150 Kilogramm Stickstoff pro Hektar, Rotklee bis zu 350 Kilogramm pro Hektar. Die Faustregel lautet, dass Klee pro Tonne Produktion 25 Kilogramm Stickstoff im Boden hinterlässt. Dieser Stickstoff kommt im Sommer und Herbst dem Gras zugute. Trotz geringer Stickstoffdüngung kann ein guter Ertrag erhalten bleiben.
- Was beeinflusst den Zuckergehalt der Grassilage?
Zucker in der Graspflanze wird durch Sonnenlicht gebildet. Wenn die Nächte kälter als 7 °C sind, wird kein Zucker abgebaut. Dies ist vorteilhaft für den Futterwert des Grases und die Konservierung der Grassilage. Bei einem niedrigen Zuckergehalt im Gras (14 Tage wenig Sonnenlicht) wird empfohlen, das Gras zwei Tage später zu mähen und mit Bonsilage Plus zu silieren. Mit Bonsilage Plus wird weniger Zucker für eine gute Konservierung benötigt, und der verbleibende Zucker kommt dem Futterwert zugute.
- Wie kann man Gärung und Schimmel in der Grassilage verhindern?
Wenn Gras mit einem Trockenmassegehalt von 40–45 % in den Silos liegt und Bonsilage Plus verwendet wird, haben Gärung und Schimmel kaum eine Chance, sich zu entwickeln. Außerdem verbessert Bonsilage Plus den Konservierungsprozess. Verschiedene unabhängige Untersuchungen zeigen, dass mit Bonsilage Plus behandelte Silagen einen niedrigeren pH-Wert und einen höheren Milchsäuregehalt aufweisen. Diese Kombination fördert den Silierungsprozess. Zudem haben die behandelten Silagen einen höheren Gehalt an flüchtigen Fettsäuren, wodurch die Kühe das Futter besser aufnehmen. Dies wird letztlich mit einer höheren Milchleistung belohnt.