Wie geht man mit Maisbeulenbrand um?
In diesem Jahr sehen wir eine verstärkte Ausbreitung von Beulenbrand (Ustilago maydis) auf Maisflächen. Was bedeutet das für die Qualität und den Ertrag deines Maises – und was kannst du tun, um befallenen Mais so gut wie möglich zu silieren und zu konservieren?
Folgen
Pflanzen mit Beulenbrand haben einen geringeren Kolbenanteil und damit einen deutlich niedrigeren Trockenmassegehalt. Der Kolben wird nämlich durch eine (feuchtere) Beule ersetzt. Bei 10 % befallenen Pflanzen sinkt der Trockenmassegehalt deines Maises um 0,5–0,8 %. Die Konsequenz sind unter anderem höhere Silierverluste.
Liegt der Befall über 10 %, solltest du Flächen, die für Körnermais, CCM oder MKS vorgesehen sind, nicht mehr dreschen. Häckseln ist in diesem Fall noch möglich. Sowohl leicht als auch stark befallener Mais erfordert jedoch besondere Aufmerksamkeit bei der Konservierung. Mais mit Beulenbrand silierte sich nämlich schlecht. Eine weitere Ausbreitung von Schimmelbefall und Nacherwärmung muss unbedingt vermieden werden.
Silieren
Das Silieren von befallenem Mais ist besser, als ihn frisch zu verfüttern. Durch den Silierprozess versäuert der Mais, wodurch das Risiko giftiger Stoffe sinkt. Die Beulen selbst sind nicht giftig, allerdings können auf ihnen sekundäre Infektionen wie Fusarium, Aspergillus und Penicillium auftreten – Schimmelpilze, die Toxine bilden.
Ein Tipp bei starkem Befall: später ernten. Dann sind die Beulen bei der Ernte oft bereits aufgeplatzt, sodass weniger Gewebe in der Silage landet. Ist die Pflanze jedoch zusätzlich von Stängelfäule betroffen, darf die Ernte nicht aufgeschoben werden. Es ist ratsam, die Flächen vorab auf Beulenbrand zu kontrollieren. Zonen mit extrem hohem Befall können eventuell besser auf dem Feld verbleiben.
Einsatz von Bonsilage
Um die Schäden durch Beulenbrand zu begrenzen, empfiehlt sich der Einsatz von Bonsilage-Siliermitteln bei der Ernte. Bonsilage stabilisiert die Silage schnell und hemmt die weitere Schimmel- und Toxinbildung.
Das beste Siliermittel für befallene Flächen ist Bonsilage Speed Mais. Es sorgt dafür, dass die Silage am schnellsten Essigsäure bildet – und ist daher in dieser Situation am effektivsten. Es gibt mehrere Bonsilage-Produkte, je nach Situation findest du das passende Mittel.
Verfütterung
Beulenbrand im Mais hat laut Studien keine negativen Auswirkungen auf Tiergesundheit, Fruchtbarkeit, Milchleistung oder die Zusammensetzung von Milch und Fleisch. Die Sporen des Beulenbrandpilzes sind nicht giftig.
Es ist dennoch sinnvoll, stark befallene Flächen separat zu silieren, damit ihr Anteil in der Ration gesteuert werden kann. Befallene Silomaispflanzen werden in der Regel gut gefressen.